Hütthaler

Das Prinzip der Versicherung ist wahrlich keine Erfindung der Neuzeit.

Antike

Händler und Kaufleute bildeten sogenannte "Gefahrengemeinschaften". Sie halfen sich so gegenseitig bei materiellen Verlusten und die Gemeinschaft ersetzte den Schaden, des Einzelnen. Manche Geschichtsschreiber sind der Ansicht bereits fast 1.800 Jahre vor Beginn der christlichen Zeitrechnung in den Diktaten des babylonischen Königs „Hammurabi" erste Belege für das damalige Bestehen von Versicherungen gefunden zu haben.

In der Zeit des römischen Imperiums gründeten mittellosere Teile der Bevölkerung eine Sterbekasse. Diese wurde unter dem Namen „Collegia funeratica" bekannt. Damit wollten sie die Belastungen für Begräbniszeremonien auf die Gemeinschaft verteilen. Bestattungen waren zur damaligen Zeit sehr teuer und aufwändig, sodass ein Einzelner sie sich nicht so ohne weiteres leisten konnte. Dieser Grundsatz der Gefahrengemeinschaft besteht auch heute noch für alle Lebensversicherungen.

Im antiken Rom gab es auch die ersten Ansätze für die Krankenversicherung. Diese wurde „Collegia tenuiorium" genannt. Hier schlossen sich einfache römische Bürger ebenfalls zu einem Kollektiv zusammen, um den einzelnen Mitgliedern im Krankheitsfall eine bessere ärztliche Fürsorge gewährleisten zu können. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte übernahmen dann jedoch immer häufiger die Kirchen und Klöster die Krankenversorgung.

Mittelalter

Im Mittelalter bildeten sich in Deutschland zur Zeit "Karl des Großen" die ersten Gilden. Diese halfen bei Schiffbrüchen und Bränden. Darüber hinaus übertrugen einige - meist wohlhabende - Personen ihren gesamten Besitz einem Kloster oder der Kirche als eine Art „Kranken- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung". Das Kloster bzw. die Kirche zahlte ihnen eine Leibrente. Sowohl im Krankheitsfall, als auch im Alter sorgten sie sich um die Schenker und erhielten nach deren Ableben das gesamte Vermögen.

Wie bereits erwähnt hatten die Seefahrer damals einen besonders riskanten Beruf und um die Risiken der Seeschifffahrt noch berechenbarer zu machen, entstanden im 14. Jahrhundert in Italien die ersten Seeversicherungen. Schiffsbetreiber und Reeder konnten für ihr Tagesgeschäft Seedarlehen aufnehmen. Diese mussten sie nur dann -zuzüglich Zinsen- zurückbezahlen, sofern Sie wieder heil den Hafen erreicht hatten. Somit wurde die Schifffahrt nun einige Risiken los und konnte sich dank der „Versicherung" zu einem prosperierenden Wirtschaftzweig entwickeln.

Neuzeit

Im 16 Jahrhundert wurden die meisten Häuser noch aus Holz gebaut und diese waren im Brandfall natürlich sehr anfällig. Häufig sind bereist -aus anfänglich kleineren Bränden- gar ganze Stadtteile den Flammen zum Opfer gefallen. Deshalb entstanden im 16. Jahrhundert viele Brandgilden und Ende des 17. Jahrhunderts entwickelten sich dann auch schon die ersten Versicherungsunternehmen. Zuerst deckten sie nur das Feuerrisiko ab, aber schon nach kurzer Zeit wurden die Leistungen auch auf Hagelschäden ausgeweitet.

Mittlerweile begleiten uns Versicherungen fast rund um die Uhr. Ob Sie nur mal eben im Supermarkt einkaufen oder mit Ihrem Auto die Freude am Fahren geniessen. Ein jeder von uns ist auf die ein oder andere Weise versichert.